Politik und Ökonomie Lichtburgs

Politik und Ökonomie Lichtburgs

von Questus Quill, Professor für Geschichte an der Universität Zanzara


Überblick

Lage und Bevölkerung

Lichtburg stellt neben den Städten Daráqua und Quasaria eine der größten Siedlungen des Landes Ahrcárra dar. Von vielen Zeitgenossen aus den anderen der vier Völker wird Lichtburg als Teil der Hauptstadt betrachtet, was jedoch seiner kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung für das Himmelvolk nicht gerecht wird. Lichtburg umfasst neben den drei Hauptinseln, die sich direkt über dem Stadtzentrum von Quasaria erheben, und unter denen das verrufene Stadtviertel „Schatten“ liegt, mehrere kleinere, zum Teil unbewohnte, schwebende Inseln, die sich größtenteils über der Stadtfläche der Hauptstadt oder im näheren Umland und über dem nördlichen der Zwillingsseen befinden.

Die Hauptinseln der Stadt sind dicht besiedelt, und beinhalten die eigentliche Stadt Lichtburg, mit einem Großteil der Einwohner, der staatlichen Infrastruktur wie der Ratshalle und dem Observatorium, dem Hauptquartier der Himmels-Armee, der Universität usw., und den großen Zentren der Wirtschaft.

In Lichtburg selbst leben etwas weniger als 80.000 Menschen, womit es sich bei der Stadt um die größte Ansammlung von Himmelsmenschen in Ahrcárra handelt. Das Himmelsvolk weist dementsprechend eine Besonderheit auf, da bei den anderen Völkern inzwischen der Großteil der Bevölkerung in Quasaria lebt[1], während die Zahl der Himmelmenschen in der Hauptstadt auf unter zehn Prozent der Einwohner, also etwa 60.000, geschätzt wird.[2] Die Ursache für diese Bevölkerungsverteilung liegt in der Historie der vier Völker begründet, die nicht nur zu der hohen Attraktivität Lichtburgs als Wohnort für das Himmelsvolk, sondern auch zur wirtschaftlichen, militärischen und politischen Vormachtstellung dieser Stadt geführt hat.

Einflussbereich

Der Einflussbereich Lichtburgs umfasst neben den der Stadt zugeordneten schwebenden Inseln über der Hauptstadt und dem Zwillingssee die ausgelagerte Infrastruktur in Quasaria, die sich im Besitz des Staates Lichtburg, der Lichtbank oder einzelner Lichtburger Bürger befindet. Dazu gehören Produktionsstätten, aber auch Wohnanlagen für Bedienstete und Angestellte sowie Lagerflächen und militärische Einrichtungen.

Die schwebende Insel Sonnensee stellt den Sommersitz vieler Lichtburger dar, und ist trotz seiner Entfernung von der Hauptstadt wirtschaftlich und politisch vollständig von Lichtburg abhängig. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung Sonnensees betrachtet sich nicht nur als Bürger Lichtburgs, sondern verfügt auch über verwandtschaftliche oder zumindest politische und wirtschaftliche Beziehungen zu dieser Stadt; Sonnensee wird dementsprechend meerläufig mit Lichtburg assoziiert.

Die beiden anderen wirtschaftlich bedeutenden schwebenden Inseln der Himmelsmenschen, Weststadt und Küstenfall, haben sich im Gegensatz zu Sonnensee eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt, was in ihrer vergleichsweise abgeschiedenen Lage und ihrer geringen Bevölkerung begründet liegen mag. Der Einfluss Lichtburgs in diesen Städten ist dennoch erheblich; eine lokale unabhängige Verwaltung ist aber vorhanden, zum Teil weil von Seiten Lichtburgs keine Notwendigkeit einer direkteren Kontrolle gesehen wird. Das politische Gewicht Weststadts und Küstenfalls innerhalb des Volkes der Himmelsmenschen, insbesondere was die Verhandlungen im Vier-Völker-Rat angeht, ist marginal. Es ist nicht gewährleistet, dass die lokale Bevölkerung bei Wahlen zu diesem Organ in jeder Legislatur adäquat berücksichtigt wird (siehe unten).

Entstehung der Stadt und Gründung Quasarias

Die Hauptstadt Ahrcárras, Quasaria (oder Vierleben, wie sie vom Himmelsvolk genannt wird), wurde nach Beendigung des heute als Vier-Völker-Krieg bezeichneten Konflikts durch die erste Monarchin der Eis-Dynastie Lichtburgs, Yinja I., gegründet (siehe unten). Die offizielle Grundsteinlegung der Stadt markiert den Beginn der heute allgemein gebräuchlichen Zeitrechnung.

Bereits vor der Gründung Quasarias existierte nahe dem Westufer des nördlichen Zwillingssees eine Ansiedlung von Himmelsmenschen. Bei diesen Personen handelte es sich ähnlich den heute in der Hauptstadt ansässigen Himmelsmenschen vornehmlich um magielose Angehörige ihres Volkes, denen schon damals ein Leben in Lichtburg verweigert wurde. Der Grund dafür, dass aus dieser Kleinstadt – man geht von etwa 5.000 Menschen aus, die zu dieser Zeit in der Nähe Lichtburgs am Erdboden siedelten – die heutige Hauptstadt Quasaria entstehen konnten, ist neben der günstigen Lage zwischen den Zwillingsseen und dem Fluss Ethlon, mit Anbindung zu den landwirtschaftlich produktiven Gebieten im Osten sowie in direkter Nachbarschaft zur Siedlung Bilguhr, natürlich die unmittelbare Nähe zu Lichtburg selbst.

Nachdem die Himmelsmenschen aufgrund ihrer strategischen Überlegenheit, die sich durch kampffähige Wettermagie und vor allem eine uneinnehmbare Heimatbasis auszeichnet, die anderen Völker im Vier-Völker-Konflikt militärisch in die Knie gezwungen hatten, war es undenkbar, die Hauptstadt, die den neu gegründeten Vier-Völker-Rat und damit die zentrale Verwaltung des Landes beinhalten sollte, außerhalb des direkten Einflussbereichs Lichtburgs zu errichten. Während der Eis-Dynastie (bis zum Jahr 253, siehe Organisation der Eis-Monarchie) genoss die Stadt den direkten militärischen Schutz der Himmelsmenschen; so wurde in dieser Zeit beispielsweise die Stadtwache von Lichtburg gestellt, und es erfolgte eine Zusammenarbeit zwischen Vier-Völker-Rat und der Himmelsarmee in dem Sinne, dass Beschlüsse des Rates gegen Widerstände, die es in den ersten Jahrzehnten nach Kriegsende häufig, vor allem von Seiten des Erd- und Feuervolkes, gab, von den Soldaten Lichtburgs durchgesetzt wurden.

Seit dem Sturz der Eis-Monarchie (siehe Umsturz im Jahr 253) hat sich Lichtburg aus der Verwaltung der Hauptstadt weitestgehend zurückgezogen, und stellt sein Militär auch nicht mehr den anderen Völkern oder dem Rat zur Verfügung. Diese Tatsache darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lichtburg allen anderen Völkern weiterhin militärisch überlegen ist; nicht umsonst war es wiederum die Armee der Himmelsmenschen, die im Jahr 368 während der Rebellion in der Hauptstadt die Aufstände niederschlug, die Straßenkämpfe beendete und so den Status quo wiederherstellte.

Wirtschaftliche Situation

Die Volkswirtschaft Lichtburgs stellt die am höchsten entwickelte in Ahrcárra dar. Das Nationaleinkommen pro Kopf liegt in Lichtburg bei mehr als dem sechsfachen des Durchschnitts der anderen Völker. Die Ökonomie Lichtburgs ist dabei nicht nur in der Lage, die hochwertigsten Güter zu verarbeiten und herzustellen; ein wesentlicher Faktor für den Reichtum der Stadt ist das  Nettoauslandsvermögen und die darauf erzielte Rendite sowie Abgaben, die der Rest Ahrcárras für die offizielle und inoffizielle Wetterbeeinflussung zu leisten hat (siehe unten).

Pro-Kopf-Einkommen in Lichtburg, Quasaria und dem Rest Ahrcárras seit dem Ende des Vier-Völker-Krieges; Daten vor dem Jahr 200 geschätzt

Import und Export

Die Handelsbilanz Lichtburgs ist bereits seit der Spätphase der Eis-Monarchie negativ. Dem Import nahezu aller Grundstoffe für Güter des täglichen Bedarfs steht der Export einiger weniger Luxusprodukte gegenüber. Auch wenn sich das Handelsbilanzdefizit in den letzten Jahren leicht abgeschwächt hat, ist dieses Ungleichgewicht weiterhin ein bestimmendes Element für die Ökonomie des Landes, und stellt für die wirtschaftliche Elite des Himmelsvolkes eine starke Motivation dar, Einkommensquellen jenseits der Produktion von und des Handels mit physischen Gütern zu erschließen (siehe Bankenwesen).

Beim Import und Export von Gütern nach und von Lichtburg stellt sich durch die Lage der Stadt auf schwebenden Inseln unweigerlich das Problem des Transports. Dieser Transport, der aus offensichtlichen Gründen entweder durch Himmelsmenschen oder über einen der wenigen Lastenaufzüge erfolgen muss, führt zu hohen Preisen für Importgüter in der Stadt und verteuert außerdem Produkte, die in Lichtburg für die Märkte der Hauptstadt und des Rests Ahrcárras hergestellt werden. Da auf den Inseln allerdings keine Agrarwirtschaft betrieben wird[3] und auch keine Rohstoffe gewonnen werden, müssen auch die landwirtschaftlichen und montanen Grundstoffe aufwändig in die Stadt gebracht werden, so sie dort benötigt werden. Oftmals ist es allerdings günstiger, auf der Oberfläche bereits eine Vorverarbeitung durchzuführen; so wird beispielsweise Getreide für die Küchen Lichtburgs bereits in Quasaria zu Teig verarbeitet, Vieh wird auf dem Erdboden geschlachtet und portioniert, und Baumstämme werden in für Möbel passende Stücke geschnitten.

Eine Ausnahme stellt der Import von Wasser dar; das früher praktizierte System, Regenwasser in Zisternen zu sammeln, ist einer Wasserversorgung basierend auf Wassertürmen gewichen, die von Angehörigen des Wasservolks durch den Einsatz von Magie befüllt werden. Das Wasser wird durch ein System von Aquädukten an die Haushalte Lichtburgs verteilt; fließendes Wasser stellt eine Leistung des Staates dar und ist ein offensichtliches Zeichen für den anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg der Stadt.

Die Produkte, die in Lichtburg gefertigt werden, zeichnen sich entweder durch so hohen inhärenten Wert aus, dass die Transportkosten wenig ins Gewicht fallen, oder sie lassen sich aufgrund der fortschrittlichen Technologie der Himmelsmenschen ausschließlich oder wenigstens besser dort herstellen. Zu derartigen Gütern gehören beispielsweise optische Instrumente wie Sehhilfen oder Ferngläser, die in Lichtburg aus importiertem Glas geschliffen werden, Waffen, Kleidung oder hochwertiger Schmuck.

Merkantilismus

Auch wenn Lichtburg aufgrund seiner militärischen Vormachtstellung im Vergleich zum Rest Ahrcárras bereits zur Zeit der Eis-Monarchie einen enormen Reichtum aufwies, ist dieser, und damit auch der Abstand zur bodengebundenen Bevölkerung im Nationaleinkommen pro Kopf, in den letzten Jahrzenten noch einmal deutlich gewachsen. Der Grund dafür ist, neben im Vergleich zu früher viel höheren Profiten aus dem Wetterprogramm (siehe unten), eine merkantilistische Wirtschaftsweise, die ein Teil der Lichtburger Elite verfolgt.

Bestes Beispiel hierfür ist das Unternehmen Wolkentuch, durch dessen Erfolg sein Eigentümer Mathas Wolkentuch zum reichsten Bürger Lichtburgs – und damit Ahrcárras – aufgestiegen ist[4]. Wie in einigen anderen Lichtburger Unternehmen auch wird im Fall Wolkentuchs in gut organisierten Manufakturen produziert. Diese Einrichtungen befinden sich größtenteils auf dem Erdboden in Quasaria, was die Transportkosten niedrig hält, sofern nicht ausschließlich für den Lichtburger Markt produziert wird. Tatsächlich schätzt man, dass etwa drei Viertel der Stoffe und Kleidung, die in den Wolkentuch-Manufakturen hergestellt werden, auf den Märkten der Hauptstadt (und damit größtenteils an zahlungskräftige Angehörige der anderen Völker) verkauft werden.

Neben der Massenproduktion für den Export ist ein weiteres Kennzeichen des Lichtburger Merkantilismus der Einsatz günstiger Arbeitskräfte aus Quasaria, die nicht notwendigerweise dem Himmelsvolk angehören müssen. Auch dieses Merkmal ist in den Produktionsstätten Wolkentuchs besonders stark ausgeprägt.

Bankenwesen

Von allen Völkern verfügt das Himmelvolk von Lichtburg über das am weitesten entwickelte Bankenwesen. Dessen Entstehung ist auf den Mangel an verarbeitenden Gewerbe auf den schwebenden Inseln und die Transport-Problematik zurückzuführen, die viele ökonomisch erfolgreiche Lichtburger nach lukrativen Anlageformen für ihr (zum Teil im Vier-Völker-Krieg gewonnenes) Kapital hat suchen lassen. Während in anderen Völkern, vornehmlich dem Wasservolk, eine in vielerlei Hinsicht noch auf dem Tausch von physischen Gütern basierende Wirtschaft vorherrschte, begünstige die besondere Situation Lichtburgs mit wenig Produktion und einem substanziellen Kapitalstock die Entstehung eines modernen Finanzwesens.

Man geht davon aus, dass die immer noch zunehmende Monetarisierung der Wirtschaft Ahrcárras ihren Anfang in Lichtburg nahm und durch die ökonomische Aktivität der Stadt weiter vorangetrieben wird.

Bestes Beispiel für die finanzielle Macht Lichtburgs ist die halbstaatliche Lichtbank, die größtenteils unter der politischen Kontrolle der Ältesten Harold Donnerflügel und Sranja Regenmacher steht (siehe Politisches System). Mit der Verwaltung der über die Lichtbank angelegten Vermögen sind mehrere hundert Lichtburger beschäftigt; man schätzt, dass allein diese Bank mehr als ein Drittel der in der Hauptstadt laufenden Kredite vergeben hat. Knapp die Hälfte der Mietshäuser Quasarias gehören außerdem direkt oder indirekt per staatlicher Beteiligung den Bürgern Lichtburgs; die Abschöpfung der Mieteinnahmen und Investitionen in den Wohnungsmarkt der Hauptstadt erfolgen meist ebenfalls unter Mithilfe der Lichtbank.

Die Lichtbank hat außerdem aufgrund eines Beschlusses des Vier-Völker-Rates die Aufgabe, Geldmünzen zu prägen und in Umlauf zu bringen. Die dafür benötigten Metalle stammen in der Regel aus Minen im Besitz entweder der Bank selbst oder Mitgliedern der Lichtburger Regierung; der Abbau wird durch das Militär der Himmelsmenschen entsprechend geschützt. Gemäß den Beschlüssen des Rates wird jeweils ein Kontingent der Münzen den Vertretungen der einzelnen Völker zur Verfügung gestellt.

Staatliche Wetterkontrolle

Die Wettermagie ist nicht nur von herausragender Bedeutung für die gesellschaftliche Ordnung Lichtburgs (siehe unten), sondern stellt auch die wichtigste Einkommensquelle für die Stadt dar. Mit der Gründung des Vier-Völker-Rates wurde in den ersten Jahren der Eis-Monarchie ein System der Wetterbeeinflussung etabliert, das den Norden und Osten Ahrcárras vor Unwettern, Überschwemmungen, Dürren und anderen Extremwetterereignissen bewahrt und in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten für optimale klimatische Bedingungen zum Anbau von Pflanzen sorgen soll. Das staatliche Wetterprogramm wird von den Ältesten Noir Hagelschauer, Worett Wettermacher und Uhl Blitzer sowie einer Reihe von Abgeordneten und Staatsbeamten kontrolliert (siehe Politisches System), und beschäftigt fast fünf Prozent der erwachsenen Lichtburger.

Neben den Einrichtungen in Lichtburg, die ganz oder größtenteils für das Wetterprogramm genutzt werden, wie beispielsweise dem Observatorium, verfügt die Stadt über ein Netz an bodengebundenen Wettertürmen, das sich über die dichter besiedelten Teile Ahrcárras erstreckt. Bedeutende Wetterstationen befinden sich außerdem in Sonnensee und Sonnengruß. Die Wettertürme auf dem Erdboden werden durch das Militär der Himmelsmenschen geschützt; tatsächlich stellt jede Wetterstation, die sich nicht auf einer schwebenden Insel befindet, stets auch eine starke Präsenz der Himmelarmee dar.

Die Dienste, die Lichtburg im Zuge des Wetterprogramms für die anderen Völker Ahrcárras erbringt, werden der Stadt durch eine allgemeine Wettersteuer vergolten, die die Bürger des Erd-, Feuer- und Wasservolks zu zahlen verpflichtet sind. Die Höhe dieser Abgabe sowie die Erfordernisse insbesondere der Landwirtschaft an das Wetterprogramm sind regelmäßig Gegenstand von Verhandlungen im Rat der Vier Völker.

 Die Einkünfte, die Lichtburg aufgrund der Steuer aus dem staatlichen Wetterprogramm generiert, stellen nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle des Staates dar, und die Bedeutung des Programmes hat seit dem Ende der Eis-Monarchie im Vergleich zu der des Bankenwesens und des produzierenden Gewerbes sogar zugenommen. Dies liegt in erster Linie am starken Bevölkerungswachstum in den Jahrzehnten seit dem Krieg, der eine größere landwirtschaftliches genutzte Fläche und damit einen höheren Bedarf an Wetterbeeinflussung nach sich zog. Bedeutsam ist aber auch, dass Lichtburg inzwischen in der Lage ist, einen weit größeren Profit aus dem Wetterprogramm zu ziehen, zum einen weil die Himmelmagier die dafür notwendigen Methoden immer weiter perfektionieren, zum anderen weil regelmäßig eine steigende Wettersteuer im Rat der Vier Völker durchgesetzt wird. Eine Rolle spielt auch, dass die Magier des Wetterprogramms seit einigen Jahren auch Einzelaufträge, die nicht durch die Regierung in Quasaria autorisiert wurden und zum Beispiel von reicheren Großgrundbesitzern angefragt werden, annehmen, und so über die allgemeine Abgabe hinaus lukrative Nebeneinkünfte für Lichtburg erzielen.

Höhe der Wettersteuer und (geschätzte) Einkünfte Lichtburgs aus dem staatlichen Wetterprogramm

Private Wetterbeeinflussung

Das staatliche, durch den Vier-Völker-Rat legitimierte, Wetterprogramm löste unter den Eis-Königinnen und -Königen den Einsatz der Wettermagie als militärisches Druckmittel zur Ausbeutung der anderen Völker, die die Lebensgrundlage Lichtburgs vor dem Krieg gebildet hatte, ab.[5] In der Zeit nach 253 allerdings hat sich die Wetterbeeinflussung, die außerhalb der Kontrolle der Lichtburger Regierung – wohl aber mit deren Duldung – stattfindet, wieder etabliert.

Die dabei verwendete Wettermagie zielt auf das lokale Wetter im Umkreis eines Dorfes oder kleinen Stadt, zumeist der Erdmenschen, und wird durch eine wenige Mitglieder umfassende Gruppe von Himmelmagiern durchgeführt. Die Himmelsmenschen bieten den ansässigen Landwirten gegen eine zusätzliche Abgabe besonders günstige Bedingungen zur Pflanzenzucht. Lehnt die Siedlung dieses Angebot allerdings ab, bewirken die Magier eine lokale Störung in der staatlichen Wetterkontrolle, die in den meisten Fällen Stürme und schwere Unwetter hervorruft. Dadurch kann es vorkommen, dass die Ernte der Landwirte zerstört und die Agrarproduktion der Siedlung zum Erliegen kommt.

Landwirtschaftliche Güter haben in Ahrcárra im Vergleich zu handwerklichen Produkten aufgrund des weit verbreiteten Einsatzes von Magie bei der Pflanzenaufzucht, der höhen Bevölkerungszahl der Erdmenschen, und der Effektivität des offiziellen Wetterprogramms einen eher geringen Wert. Bauern müssen allerdings zur Bewirtschaftung ihrer Flächen handwerkliche Güter meist zukaufen; die Gewinnmargen sind dementsprechend gering, was dazu führt, dass Landwirte große Mengen erzeugen müssen, um wirtschaftlich überleben zu können. Die Zerstörung der Ernte durch Himmelmenschen in einem begrenzten Gebiet hat damit zwar keine Auswirkung auf die Nahrungsversorgung des Landes, insbesondere der Hauptstadt; für das betroffene Gebiet allerdings kann eine derartige Aktion eine schwerwiegende ökonomische Krise mit weitreichenden Folgeerscheinungen haben.

Diese schwierige Situation der Erdmenschen-Dörfer ist der Grund dafür, dass die Landwirte in den meisten Fällen bereit sind, die Zusatzabgabe an die Himmelsmenschen zu bezahlen. Dies gilt insbesondere, wenn die Wettermagier durch Soldaten begleitet werden – was häufig vorkommt –, welche eine eventuelle Gegenwehr der Erdmenschen verhindern und für Strafmaßnahmen bereitstehen, falls die Abgabe nicht bezahlt werden sollte.

Die Tatsache, dass jede Form der Wetterbeeinflussung voraussetzt, dass die durchführenden Magier ihre Kenntnisse an der Universität Lichtburgs erlangt haben, und dass offensichtlich auch militärisch geprägte Kreise der Himmelmenschen an diesen Aktionen beteiligt sind, spricht dafür, dass die Regierung Lichtburgs die private Wetterbeeinflussung geschehen lässt, auch wenn dies offiziell dementiert wird. Versuche, die Himmelsmenschen im Vier-Völker-Rat zu einem härteren Vorgehen gegen die unabhängig handelnden Wettermagier oder deren Unterstützer zu bewegen, sind bisher stets gescheitert. Tatsächlich nimmt die Anzahl der Aktionen gegen Siedlungen der Erdmenschen seit dem Ende der Rebellen-Bewegung im Jahr 368 zu, was das Verhältnis zwischen den Völkern, vor allem in ländlichen Gegenden, extrem belastet.

Vermögensverteilung

Auch wenn Lichtburg das höchste Nationaleinkommen und das höchste Vermögen pro Kopf in ganz Ahrcárra aufweist und somit als reichste Stadt des Landes bezeichnet werden muss, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Lichtburg soziale Unterschiede gibt, die größer sind als beispielsweise im Erdvolk und gänzlich anders geartet sind als die Hierarchieabstufungen der Wassermenschen in Zanzara.

Neben den wirtschaftlich extrem erfolgreichen Lichtburgern, die vor allem vom hochentwickelten Bankenwesen profitieren, gehen einige Bürger der Stadt auch einfachen Tätigkeiten, beispielsweise als Haushaltshilfen, Köche oder Gärtner nach. Diese Lichtburger sind in der Regel direkt in den Haushalten vermögender Familien angestellt und von diesen vollständig wirtschaftlich abhängig, da sie selbst über kein nennenswertes Vermögen verfügen, und ihr Einkommen für die – auch aufgrund der Insellage – hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt nicht ausreicht. Die Familien, für die sie tätig sind, kommen daher auch mit Sachleistungen für ihre Hausangestellten auf, indem sie beispielsweise Wohnraum oder einige Güter des täglichen Bedarfs zur Verfügung stellen.

Das Lichtburger Prekariat ist in den vergangenen Jahrzehnten in dem Maße immer weiter unter Druck geraten, in dem sich die Stadt dem Rest Ahrcárras, insbesondere Quasaria, ökonomisch geöffnet hat. Da für viele der Tätigkeiten im Niedriglohn-Bereich keine magischen Fähigkeit oder eine über die Grundlagen hinausgehende Bildung (siehe Bedeutung der Wettermagie) notwendig ist, stehen die Lichtburger Angestellten in Konkurrenz mit der Himmelsmenschen-Bevölkerung der Hauptstadt, die die schwebenden Inseln in kurzer Zeit erreichen kann. Auch wenn magielose Lichtburger nach wie vor aus der Stadt verbannt werden, werden temporäre Aufenthaltsgenehmigungen für den Arbeitseinsatz von einigen Familien der Stadt inzwischen großzügig für ihre Angestellten vergeben. Dazu kommt, dass in den letzten Jahrzehnten eine verstärkte Abwanderung vor allem der schlechter gestellten Lichtburger eingesetzt hat, die aufgrund der günstigeren Lebenshaltungskosten nach Quasaria ausweichen, allerdings aufgrund ihrer magischen Begabung nicht von der Verbannung betroffen sind und somit problemlos in der Stadt beschäftigt werden können.[6]

Im Gegensatz zu den prekär beschäftigen Lichtburgern bildet die Gruppe der Angestellten, die zwar ebenfalls nur über ein geringes Vermögen verfügen, aber aufgrund ihrer Ausbildung angesehene und gut bezahlte Positionen innehaben, den größten Teil der Bevölkerung der Stadt. Zu diesen Personen zählen beispielsweise die Angestellten des Wetterprogramms (siehe oben), Sekretäre, Verwaltungspersonal, Lehrer und andere Angestellte der Universität, Händler, Handwerker wie Goldschmiede, Künstler und Musiker. Auch Soldaten gehören zu diesen Angestellten, sofern sie nicht aufgrund ihres Vermögens einen Offiziersrang bekleiden (siehe Rolle des Militärs).

Die Bürger Lichtburgs, in deren Händen sich ein Großteil des Vermögens der Stadt konzentriert, machen nur einen Bruchteil der Bevölkerung aus.[7] Dennoch handelt es sich hier um den Personenkreis, der – aufgrund der Bedeutung des Vermögens in der Politik (siehe unten) – die Geschicke der Stadt bestimmt. Diese Familien fungieren als Arbeitgeber für die meisten der weniger vermögenden Lichtburger, finanzieren die vielfältigen Aufgaben des Staates, und generieren durch ihre wirtschaftliche Aktivität Einkünfte für die Stadt.

Die Ungleichheit in der Vermögensverteilung verschärft sich seit geraumer Zeit; eine hohe Sparquote bei geringem Wachstum hat zu einem enormen Kapitalstock geführt;[8] aufgrund der hohen Kapitalrendite ergibt sich hoher Anteil des Kapitaleinkommens am Nationaleinkommen, der nur einer begrenzen Schicht vermögender Lichtburger zugutekommt. Das Fehlen allgemeiner Steuern führt zu keiner Abschwächung dieser Situation. Die einzige Einschränkung eines unbegrenzten Wachstums der Vermögen der reichsten Lichtburger liegt im politischen System der Stadt begründet, das den reichen und einflussreichen Himmelsmenschen gewaltige Ausgaben abverlangt.

Politisches System

Organisation der Eis-Monarchie

Nach dem Krieg der Vier Völker wurde das Staatswesen Lichtburgs unter der Herrschaft der ersten Königin der Eis-Dynastie, Yinja I., grundlegend modernisiert. Im Gegensatz zu den Monarchen vor dem Krieg stützte sich Yinja I. auf eine zivile Verwaltung, die die Oberschicht der Stadt mit einbezog und der Monarchin verpflichtete.

Es wurde ein Rat aus 14 Personen gebildet, der später Ältestenrat genannt wurde; seine Mitglieder wurden als Älteste bezeichnet. Die Aufgabe dieses Gremiums war nicht, oder nicht nur, die tatsächliche Beratung der Monarchen. Der Rat war im Wesentlichen dafür verantwortlichen, die Stadt zu verwalten und die verschiedenen Aufgaben des Staates wahrzunehmen. Dazu gehörte das Bildungswesen, die Nahrungs- und Wasserversorgung, die öffentlichen Sicherheit und das Militär, sowie vor allem die Wetterbeeinflussung, die nach dem Krieg staatlichen gesteuert wurde (siehe Staatliche Wetterkontrolle).

Die Personen, die auf Lebenszeit in den Rat berufen wurden, mussten mit ihrem Privatvermögen für diese staatlichen Aufgaben aufkommen. Bei der Auswahl der Ältesten wurde daher darauf geachtet, dass die betreffenden Personen nicht nur ausreichend qualifiziert für ihr Amt waren, sondern auch über die nötigen finanziellen Möglichkeiten verfügten. Um den Einsatz des eigenen Kapitals für die Belange des Staates attraktiv zu machen, und so die reichen Bürger Lichtburgs – die zum Teil im Krieg riesige Vermögen angehäuft hatten – zur Mitarbeit zu bewegen, wurde es den Mitgliedern des Ältestenrates ermöglicht, über die Einkünfte, die der Staat aus seinen Aktivitäten generierte, ebenfalls privat zu verfügen. Bedeutende Einnahmequellen waren so beispielsweise das Militär (aufgrund der Reparationen, die im Fall von beigelegten Konflikten in der Regel zu bezahlen waren), das Bildungswesen wegen der Schulgelder, und natürlich die für das Wetterprogramm nun anfallende Wettersteuer. Die Einnahmen konnten zur Finanzierung anderer Aufgaben herangezogen werden, oder fielen im Fall von Überschüssen den Ältesten zu.

Diese damals etablierte unklare Trennung zwischen Staats- und Privatkapital für Mitglieder der Regierung setzt sich bis heute fort. Die Himmelsmenschen, die in den durch den Ältestenrat verwalteten Gebieten tätig waren, wurden durch diese Form der Staatsfinanzierung zu Angestellten der Ältesten. In den ersten Jahrzehnten der Eis-Monarchie unter Yinja I. und vor allem ihrer Nachfolgerin Yansa VI. wurde diese Form der Verwaltung und Staatsorganisation immer weiter perfektioniert. Große Teile des öffentlichen Lebens unterlagen der Kontrolle des Rates; die neu gegründete Lichtbank (siehe Bankenwesen) verwaltete im staatlichen Auftrag, aber unter Kontrolle eines Ältesten, die Besitztümer der Stadt, das Wetterprogramm beschäftigte hunderte von Wettermagiern, und das Militär, das mit der Durchsetzung der Wetter-Verträge und der Aufrechterhaltung der nach dem Krieg etablierten Ordnung befasst war, wurde durch den Ältestenrat bezahlt und geführt. Von den so generierten Einnahmen des Staates war nur ein geringer Teil an das Königshaus abzutreten, der vor allem der Lebenshaltung der Monarchen und der Finanzierung ihres Hofstaats diente.

Trotz aller Machtfülle, die dem Ältestenrat während der Eis-Dynastie zufiel, waren seine 14 Mitglieder doch nicht vollständig unabhängig vom Königshaus. Neben der Tatsache, dass die Mitglieder des Rates von den Monarchen ausgewählt und berufen wurden, war eine Abstimmung auch in legislativen und judikativen Angelegenheiten obligatorisch. Entscheidungen des Rates, die über die Verwaltung und Wahrnehmung der staatlichen Aufgaben hinausgingen, mussten vom Herrscher abgesegnet werden. So waren Gesetze, auch wenn sie von den Ältesten vorgeschlagen, ausgearbeitet und diskutiert wurden, erst durch Zustimmung des Monarchen gültig (und sollten dann wiederum mittels des Rates durchgesetzt werden), und Gerichtsurteile mussten vom König oder der Königin gesprochen werden.

Um ihren Einfluss auf die Entscheidungen des Ältestenrates zu wahren, und so Gesetzgebung und Gerichtsprozesse zu kontrollieren, entsandten die Monarchen sogenannten Abgeordnete in den Rat. Diese Personen hatten die Aufgabe, die Ältesten im Sinne des Königshauses zu beraten, und Entscheidungen des Rates mussten von den Abgeordneten gebilligt werden; eine Zustimmung der Abgeordneten beispielsweise zu einer Gesetzesänderung wurde als Placet des Monarchen betrachtet.

In der ersten Phase der Eis-Dynastie wurden nur wenige Abgeordnete benötigt, um den Willen der Monarchen gegenüber dem Ältestenrat durchzusetzen; man geht davon aus, dass bis etwa zum Jahr 50 nur sieben Abgeordnete den Sitzungen des Rates beiwohnten. Später wurden mehr Vertreter entsandt; vor allem unter der Herrschaft des eher schwachen Königs Yonsor II. (52 bis 63) stiegt die Zahl der Abgeordneten auf über 25.

Der Grund für das Anwachsen der Anzahl der Abgeordneten lag darin begründet, dass diese im Lauf der Zeit nicht mehr nur die Vertretung der Monarchen im Ältestenrat darstellten, sondern auch exekutive Aufgaben im Auftrag der 14 Ratsmitglieder übernahmen. Sie wurden also an der Regierung Lichtburgs beteiligt, und konnten sich ähnlich der Ältesten persönlich mit ihrem Vermögen und ihren Qualifikationen an den Geschäften des Staates beteiligen. In der Ausübung dieser Aufgaben entwickelten die verschiedenen Abgeordneten unterschiedliche Schwerpunkte und Standpunkte; organisiert waren sie in sogenannten Fraktionen, die in Fragen der Gesetzgebung und Rechtsprechung jeweils ähnliche Positionen vertraten. Ab der mittleren Phase Eis-Dynastie, spätestens ab etwa dem Jahr 120, wurden Entscheidungen des Ältestenrates per Mehrheitsbeschluss der Abgeordneten, und nicht mehr einstimmig, verabschiedet.

Der Einfluss der Monarchen auf die Abgeordneten und damit den Rat war auch in dieser Zeit noch gewährleistet, da die Abgeordneten vom Herrscher benannt wurden und dieser somit die Mehrheitsverhältnisse unter den Abgeordneten kontrollieren konnte. Die Absetzung von Abgeordneten, die in einzelnen Fragen nicht mit den Ansichten des Herrschers konform gingen, war aber, aufgrund der Aufgaben, die diese für den Staat übernahmen, nicht mehr ohne weiteres möglich. Mit der Zeit wurde es somit nicht nur üblich, Abgeordnete (wie die Ältesten) auf Lebenszeit zu ernennen; das Amt wurde in vielen Fällen auch innerhalb der Familie vererbt.[9]

Verhältnis zur Regierung Ahrcárras

Vor dem Krieg der Vier Völker existierte in Ahrcárra neben den Organisationen der einzelnen Völker keine zentrale, gemeinsame Regierung. Der Vier-Völker-Rat wurde in den ersten Jahren nach dem Krieg nach den Plänen Yinjas I. eingerichtet, um die Kommunikation unter den Völkern auf Regierungsebene zu ermöglichen, und weitere bewaffnete Konflikte zu vermeiden. Seine Hauptaufgabe war somit die Verhandlung über das Wetterprogramm Lichtburgs, das den Einsatz der Wettermagie zu kriegerischen Zwecken und zur Ausbeutung der anderen Völker unterband und die Dienste der Wettermagier der Landwirtschaft zur Verfügung stellte (siehe Staatliche Wetterkontrolle). Insbesondere wurde und wird im Vier-Völker-Rat die Höhe der Wettersteuer für Erd-, Feuer- und Wassermenschen bestimmt.

Der Rat hat aber auch die Aufgabe, Gesetze, die für alle Völker Gültigkeit haben sollen, zu diskutieren und zu beschließen. Dieser Verpflichtung kam der Vier-Völker-Rat bis zum Ende der Eis-Dynastie 253 nach; in dieser Zeit war es möglich, die dort beschlossenen Gesetze mittels der Himmelarmee auch in entlegenen Gebieten Ahrcárras durchzusetzen. Zu diesem Zweck stellte Lichtburg dem Vier-Völker-Rat nicht nur seine Truppen zur Verfügung,[10] sondern erledigte auch mit zivilen Beamten und finanziellen Mitteln den Aufbau und die Verwaltung der Hauptstadt Quasaria (siehe Entstehung der Stadt und Gründung Quasarias).

Seit dem Umsturz (siehe unten) ist der Vier-Völker-Rat bei der Durchsetzung seiner Gesetze und bei der Verwaltung der Hauptstadt auf sich gestellt. Um letzteres bewerkstelligen zu können, erhebt der Rat Steuern, und beschäftigt eigene Angestellte und eine Stadtwache. Die beschlossenen Gesetze haben zwar nominell weiterhin im ganzen Land Gültigkeit; de facto greifen sie aber nur noch in Quasaria selbst und im näheren Einflussbereich der Stadt. Die abgelegenen Gemeinden der Erdmenschen und die Städte des Feuervolks im Süden werden zwar über geltendes Recht in Kenntnis gesetzt; die lokale Umsetzung wird aber nicht kontrolliert oder gar forciert.

Unter der Eis-Monarchie wurde die Zentralregierung Quasarias von Lichtburg nicht nur unterstützt; die Stadt unterwarf sich auch, bis auf wenige Ausnahmen, der Gesetzgebung des Vier-Völker-Rats.[11] Seit 253 ist dies nicht mehr der Fall; Gesetzesänderungen, die dem Willen des Ältestenrates zuwiderlaufen, werden entweder von den Abgeordneten abgelehnt oder diesen nicht einmal mehr zur Abstimmung vorgelegt. Hier verfährt die Stadt ähnlich wie Zanzara, wo die lokalen Autoritäten es sich ebenfalls vorbehalten, Beschlüsse aus der Hauptstadt zu ignorieren.

Der Rat der Vier Völker besteht seit seiner Gründung aus drei Vertretern eines jeden Volkes. Diese Vertreter werden für eine Periode von fünf Jahren von der jeweiligen Bevölkerung gewählt; die Durchführung der Wahlen und das Aufstellen der Kandidaten obliegt der Organisation des jeweiligen Volkes.

Im Falle der Himmelsmenschen werden die Vertreter im Vier-Völker-Rat unter den Abgeordneten ausgewählt. Zur Zeit der Eis-Dynastie wurde dazu durch den Ältestenrat eine Reihe von Kandidaten benannt, die vom Monarchen bestätigt wurde; diese Bestätigung erfolgte in der Regel, indem die Abgeordneten der Kandidatenliste mehrheitlich zustimmten.

Die eigentliche Festlegung der Vertreter erfolgt auch heute noch durch eine nicht-geheime Wahl unter den Bürgern Lichtburgs, bei der jeder Bewohner der Stadt bis zu einem bestimmten Stichtag eine Stimme einem der Kandidaten zuteilen kann. Die drei Kandidaten, die die meisten Stimmen auf sich vereinen können, erhalten die dem Himmelsvolk zustehenden Sitze im Vier-Völker-Rat. Sofern in einer Wahlperiode die Kandidatenliste nur drei Personen umfasst (was in den letzten zehn Wahlperioden zweimal vorgekommen ist), entfällt diese Abstimmung.

Die Beteiligung von Himmelsmenschen außerhalb Lichtburgs an der Wahl zum Vier-Völker-Rat ist je nach Wahlperiode unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Regel wird die Bevölkerung Weststadts und Küstenfalls berücksichtigt, indem die Kandidatenliste in diesen Städten veröffentlicht und das Votum der Bewohner nach Lichtburg übermittelt und dort gezählt wird; manchmal ist aber auch eine persönliche Stimmabgabe in Lichtburg selbst erforderlich. Die Himmelsmenschen, die in Quasaria leben, wurden während der Eis-Dynastie ebenfalls oft an den Wahlen beteiligt; heute sind sie von der Abstimmung meist ausgeschlossen.

Umsturz im Jahr 253

Eine unter Historikern vieldiskutierte Frage ist die, wie sich die Eis-Dynastie trotz der relativ schwachen Stellung der Monarchen im politischen System Lichtburgs vor 253 über zweihundert Jahre lang behaupten konnte. Die Lehrmeinung ist, dass die Königinnen und Könige ähnlich ihrer Vorgänger weiterhin persönlich starke Macht ausübten. Ihr Einfluss auf die sie umgebenden Funktionäre, also die Abgeordneten, die Ältesten, den Hofstaat, das Militär und die Verwaltung war aufgrund ihrer persönlichen Stärke erheblich. Dies liegt in der einzigartigen Form der Magie begründet, die für die Eis-Monarchen nicht nur namensgebend war, sondern ihnen auch ursprünglich den Weg an die Spitze des Staates ebnete: der Eis-Magie.

Es gibt Berichte darüber, dass von den frühen Eis-Herrschern, insbesondere von Yinja I., die Eis-Magie, zu der nur Mitglieder der königlichen Familie fähig waren und die mit dem Ende der Dynastie verloren gegangen ist, eingesetzt wurde, um den Ältestenrat zu zwingen das Votum der Abgeordneten zu respektieren. Später reichte die Androhung einer mit dieser Form der Magie geführten Auseinandersetzung meist aus, um den Willen der Monarchen in wichtigen Fragen durchzusetzen.

Aufgrund der im Lauf der Jahrzehnte wachsenden Machtfülle der Abgeordneten und der Ältesten, sowie des damit einhergehenden Einflussverlusts der Herrscher war der Fortbestand der Monarchie in ihrer Endphase nur noch aufgrund des persönlichen Ansehens der Monarchen und deren magischen Stärke gewährleistet. Dieses Ansehen schwand jedoch rapide, als mit Yinja IV. und Argós I. nacheinander zwei progressiv eingestellte Monarchen an die Macht gelangten, in deren Regierungszeiten dem Vier-Völker-Rat weitere Befugnisse eingeräumt wurden, und die Erleichterungen, insbesondere bezüglich der Wettersteuer, für die anderen Völker erwirkten. Die Ältesten sowie große Teile der Lichtburger Gesellschaft, die eine Gefährdung ihres Reichtums sahen, begaben sich in offene Opposition zum Königshaus.

Die bereits angespannte Lage eskalierte im Jahr 253 mit der Entscheidung Argós I., seinen magielosen jüngsten Sohn Ydas nicht gemäß der Tradition aus Lichtburg zu verbannen. Am Abend des achten Tages des Monat Superbios 253 griff eine Gruppe von Magiern des Wetterprogramms und des Militärs, unterstützt durch einen aufgebrachten Mob, den Eisspeer genannten Palast-Turm der Königsfamilie an und setzten ihn in Brand. Die unter Kontrolle des Ältestenrates stehenden Sicherheitskräfte der Stadt griffen nicht zum Schutz des Palastes ein. Dem Brand fielen die gesamte zehnköpfige Herrscherfamilie und 79 Mitglieder des Hofstaates zum Opfer. Diese Revolution beendete somit die Monarchie in Lichtburg und führte außerdem zum Aussterben der Eismagie unter den Himmelsmenschen.

Republik Lichtburg

Die Organe des Staates zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben und für den Gesetzgebungsprozess blieben nach der gewaltsamen Beseitigung der Eis-Herrscher im Jahr 253 erhalten. Seit dem Ende der Monarchie ist das republikanische Lichtburg eine Oligarchie, in der die 14 Ältesten alle politische Macht auf sich vereint haben.

Im modernen Lichtburg liegt die Souveränität vollständig beim Ältestenrat. Dessen Mitglieder verfügen nicht nur weiterhin aufgrund ihres Vermögens und qua Amt über die staatlichen Institutionen, sondern ernennen auch die Abgeordneten, die nun grundsätzliche auf Lebenszeit berufen werden. Auch wenn diese die Entscheidungen der Ältesten weiterhin mehrheitlichen billigen müssen, führt ihre Einbindung in die exekutiven Belange des Staates meist dazu, dass sich ihre Rolle auf die Beratung und die organisatorische Unterstützung des Ältestenrates reduziert.

Die einzige Ausnahme stellen die Abgeordneten dar, die als Vertreter der Himmelmenschen in den Vier-Völker-Rat entsandt werden, und dort in ihren Entscheidungen und Positionen eine gewisse Unabhängigkeit von den Ältesten genießen. Da der Rat allerdings, wie bereits in der Monarchie, die Kandidaten für die Wahl zu diesem Gremium benennt, kann er Vertreter, die er als ungeeignet erachtet, nach einer Legislaturperiode ersetzen. Zudem fühlt sich die Regierung Lichtburgs seit dem Ende der Eis-Dynastie nicht mehr an Entscheidungen des Rates der Vier-Völker gebunden – die kurzzeitige Erlaubnis der Mischehen im Jahr 368 galt beispielsweise nie für Bürger Lichtburgs – und zeigt außerdem seit Jahrzehnten kein Interesse mehr an der Verwaltung und organisatorischen Entwicklung der Hauptstadt, weshalb die Mitwirkung des Himmelsvolks im Vier-Völker-Rat im  Vergleich zur Zeit der Eis-Monarchie enorm an Bedeutung verloren hat. Lediglich Wettersteuer und Münzwesen (siehe Staatliche Wetterkontrolle und Bankenwesen) werden von Lichtburg als kritische Aufgaben der Zentralregierung gesehen; aus Sicht des Himmelsvolks suboptimal verlaufene Verhandlungen in diesen Bereichen waren in der jüngeren Vergangenheit oftmals der Grund für die Ablösung eines Vertreters nach einer Wahlperiode.

Heute werden die 14 Mitglieder des Ältestenrat Lichtburgs von 38 Abgeordneten unterstützt, die in zwei losen Gruppierungen, den beiden Fraktionen der Traditionellen und der Progressiven, organisiert sind. Diese beiden Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Einstellung gegenüber den anderen Völkern, der Politik gegenüber den Himmelsmenschen außerhalb Lichtburgs, und der Bedeutung, die sie den althergebrachten Sitten und Gepflogenheiten des Himmelsvolkes beimessen. Die tonangebende und zahlenmäßig weit überlegene Fraktion der Traditionellen vertritt in diesen Gebieten deutlich konservativere Positionen als die im Moment nur noch drei Abgeordneten der progressiven Fraktion.[12] Während die Progressiven eine weitere wirtschaftliche Öffnung Lichtburgs, eine Liberalisierung der Himmelsmenschen-Gesellschaft und eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit dem Vier-Völker-Rat anstreben, ist die traditionelle Fraktion, die seit etwa 150 Jahren die Mehrheit der Abgeordneten stellt, für die harte Hegemonialpolitik Lichtburgs der vergangenen Jahrzehnte verantwortlich.[13]

Anzahl der Abgeordneten des Ältestenrates und deren (z.T. lose) Zuordnung zu den verschiedenen Fraktionen

Innerhalb der Fraktion der Traditionellen haben sich in den letzten 20 Jahren unterschiedliche Strömungen herausgebildet; so gibt es eine inzwischen recht starke Gruppierung an extrem konservativ eingestellten Abgeordneten, die sogenannte Lichtgruppe, die auf besonders harte Abgrenzung gegenüber dem Rest Ahrcárras setzt und sich offen für die Unterdrückung anderer Völker und die gewaltsame Durchsetzung Lichtburger Interessen ausspricht.

Der Älteste, der dieser Lichtgruppe am nächsten steht, ist Ren Regen, in dessen Aufgabenbereich die Verwaltung der Grünen Ebenen und das Eintreiben der Wettersteuer fällt. Im Gegensatz dazu gelten die Ältesten Lathra von Wolkenbruch, Harold Donnerflügel und das älteste Mitglied des Rates, Samon Lichtfänger, als eher progressiv denkende Politiker. Die restlichen Ältesten pflegen traditionelle Positionen; das Übergewicht dieser Fraktion betrifft also nicht nur die Abgeordneten, sondern den gesamten Ältestenrat, und prägt so seit geraumer Zeit die Politik Lichtburgs.

Bedeutung der Wettermagie

Die Wettermagie spielt seit den Anfängen Lichtburgs eine überragende Rolle für diese Stadt, und die individuellen Fähigkeiten der Lichtburger Bürger, die Wettermagie zu verstehen und einzusetzen ist damit entscheidend für deren gesellschaftliches Ansehen und ihren Status und ökonomischen Erfolg. Dies hängt damit zusammen, dass zu allen Zeiten der Einsatz der Wettermagie entscheidend für das Wohlergehen der Stadt war. Nach der Gründung Lichtburgs im Jahr 753 vor Quasaria stellte der kriegerische Einsatz von Magie nicht nur das Überleben der Stadt auf Kosten der bodengebundenen Völker Ahrcárras sicher, sondern ermögliche es Lichtburg auch, sich gegen die übrigen Himmelsmenschen-Städte durchzusetzen und zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum des Himmelsvolkes zu werden. Später, im Vier-Völker-Krieg, war es weiterhin der Einsatz der Wettermagie zu kriegerischen Zwecken, der Lichtburg den militärischen Sieg bescherte und schließlich zum heuten noch in Teilen vorhandenen politischen Gleichgewicht Ahrcárras führte (siehe oben).

Neben der militärischen Nutzung der Magie, welche nach wie vor die Überlegenheit des Himmelsvolkes und die Unangreifbarkeit der Stadt sichert, stellt heute das auf der Wettermagie basierende Lichtburger Wetterprogramm die wichtigste Einnahmequelle der Stadt dar (siehe Staatliche Wetterkontrolle).

Rolle des Militärs

Wie alle anderen Aufgaben des Staates liegt auch die Verteidigung Lichtburgs und die Verwaltung und Finanzierung der Himmelsarmee in den Händen des Ältestenrates und der zugehörigen Abgeordneten (siehe Politisches System). Formell ist der Älteste Salthis Windbringer der Oberkommandierende des Lichtburger Militärs; er unterhält ein großes Kontingent an Soldaten, und verfügt über eine gut ausgestattete militärische Infrastruktur, die sich über alle dichter besiedelten Teile Ahrcárras erstreckt. Der Einsatz der Armee beim Schutz des Wetterprogramms, bei der Erhebung von Steuern, oder bei der Abwehr äußerer Bedrohungen (beispielsweise während der Aufstände der Rebellen im Jahr 368) wird dabei von den dafür zuständigen Teilen der Lichtburger Regierung finanziert, so dass sich der Unterhalt der Armee für die beteiligten Abgeordneten und den Oberkommandierenden lohnt.

Um Soldaten für eigene Zwecke ohne Beteiligung der anderen Ältesten einsetzen zu können, verfügen einige Mitglieder des Rates, und sogar einzelne Abgeordnete, über eigene kleinere Kontingente an Kämpfern, welche in ihrem Sold stehen. So hat beispielsweise Samon Lichtfänger eine etwa 100 Magier umfassende Ehrengarde, welche ausschließlich repräsentativen Zwecken dient, und die Ältesten Ren Regen, Sranja Regenmacher und Worret Wettermacher beschäftigen ebenfalls kleinere Gruppen an Soldaten, die ihnen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben behilflich sind.

Die Soldaten der Himmelsarmee und der kleineren privaten Armeen sind, wie alle Bürger Lichtburgs, magiebegabt. Um die Wettermagie erfolgreich im Kampf einsetzen zu können, sind körperliche und mentale Fähigkeiten erforderlich, welche im Anschluss an die allgemeine Ausbildung nach der dritten oder vierten Prüfung (siehe unten) im Zuge eines militärischen Trainings erworben und weiterentwickelt werden. Für eine Offizierslaufbahn in der Himmelsarmee ist es normalerweise erforderlich, den Titel eines Honor zu führen und über die nötigen finanziellen Mittel zum Erwerb der eigenen Ausrüstung und zur Ausstattung der untergebenen Rekruten zu verfügen.

Bildungswesen

Im Gegensatz zu Salthis Windbringer, der eher der traditionellen Fraktion nahesteht, ist die für das Bildungswesen Lichtburgs verantwortliche Älteste, Lathra von Wolkenbruch, eine prominente Vertreterin der Progressiven. Als Dekanin der größeren der beiden Universitäten Ahrcárras, der Universität von Lichtburg, steht Lathra von Wolkenbruch mit dem Autor dieses Textes in regelmäßigem akademischem Austausch.[14]

Ab dem Magiesprung im Alter von zwei Jahren, nach dem bereits entsprechend der Lichtburger Gesetze magielose Kinder aus der Stadt zu Pflegeeltern oder in die Waisenhäuser Quasarias verbannt werden, besuchen die Kinder Lichtburgs eine der von der Universität mitbetriebenen Vorschulen, wo sie neben Mathematik, Lesen und Schreiben auch bereits die Grundlagen der Magie vermittelt bekommen. Die Ausbildung setzt sich an diesen Schulen und später, für Jugendliche ab etwa 15 Jahren, an der Universität selbst fort. Alle drei Jahre müssen Lichtburger Schüler und Studenten eine Prüfung ablegen, wobei die erste Prüfung mit sechs Jahren bestanden werden muss; diese erste Prüfung gilt als Nachweis für grundlegende magische Fähigkeiten, so dass ein Versagen ebenfalls mit einer Verbannung aus der Stadt geahndet wird.[15]

Die Universität Lichtburgs vergibt nach der bestandenen vierten, fünften und sechsten Prüfung jeweils einen Titel, welcher dem Namen vorangestellt wird und in der offiziellen Kommunikation unter Lichtburgern durchaus verwendet wird: Honor oder Honora nach der vierten Prüfung, Lauder oder Lauda nach der fünften, und Magister oder Magistra nach der sechsten und letzten Prüfung. Insbesondere die letzten beiden Prüfungen gelten als extrem anspruchsvoll und werden jedes Jahr nur von wenigen Studenten gemeistert; normalerweise bestehen unter als zwei Prozent der Schüler eines Jahrgangs die fünfte Prüfung, und die sechste Prüfung nur ein Schüler aus etwa 3000.

Ein universitärer Titel ist in der Regel Voraussetzung für eine gutbezahlte Anstellung beim Wetterprogramm, der Lichtbank, und natürlich der Universität selbst. Für eine militärische Offizierslaufbahn ist ein Titel zwar nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil, während in der Politik eine erfolgreich abgeschlossene Universitäts-Ausbildung aufgrund des damit einhergehenden gesellschaftlichen Ansehens obligatorisch ist. So haben von den Mitgliedern des Ältestenrates zwei die letzte der sechs Prüfungen erfolgreich abgelegt: Magistra Lathra von Wolkenbruch und Magister Salthis Windbringer. Unter den übrigen zwölf Ältesten finden sich sechs Lauder oder Lauda und fünf Honor oder Honora.[16]

Die Universität ist aufgrund ihres Beitrags zur Ausbildung von Magiern für das Wetterprogramm oder das Militär, aber auch aufgrund ihrer Leistungen in anderen Bereichen von Wissenschaft und Technik, die die Basis für viele der anderen Wirtschaftszeige Lichtburgs, wie z.B. der Optik oder der Textilherstellung, bilden, von herausragender Bedeutung für das Himmelsvolk. Als Zentrum von Wissenschaft und Bildung strahlt die Universität trotz ihres elitären Ansatzes weit über die Grenzen Lichtburgs hinaus, zumal sich Dekanin Lathra von Wolkenbruch stets einer weiteren Kommerzialisierung oder Militarisierung des Bildungswesens widersetzt hat. Auf ihren progressiven Einfluss ist es auch zurückzuführen, dass die Lichtburger Jugend heute wieder weltoffener und friedfertiger denkt als die Generation ihrer Eltern und fortschrittliches Gedankengut im heutigen Ahrcárra trotz aller Konflikte und Probleme nicht verloren gehen wird.


  1. Man schätzt, dass die Bevölkerung der Hauptstadt – ohne Lichtburg – etwas zwei Drittel der Einwohner Ahrcárras umfasst. Der Rest der Menschen lebt teils in größeren Zentren wie Zanzara oder Daráqua, und teils, vor allem beim Erdvolk, in vielen kleineren Siedlungen über die nördlichen und östlichen Gebiete des Landes verteilt.
  2. Der Großteil der Einwohner Quasarias besteht, wie im Fall ganz Ahrcárras, aus Angehörigen des Erdvolkes (etwa 370.000). Des Weiteren leben ca. 90.000 Wassermenschen und 120.000 Feuerzwerge in der Hauptstadt.
  3. Eine Ausnahme stellt der Weinbau dar, der aber weniger in Lichtburg selbst als vielmehr auf südlicher gelegenen schwebenden Inseln wie Sonnensee eine Rolle spielt.
  4. Unter den zehn reichsten Bürgern Ahrcárras befindet sich nur eine Person, die nicht aus Lichtburg stammt: Korak Qokkan, ein Clanführer der Feuerzwerge aus Hr’okkar.
  5. Die exzessive, institutionalisierte Verwendung der Wettermagie zur Unterdrückung der anderen Völker durch Magister Uras IV. Donnervogel, dem letzten König von Lichtburg vor der Eis-Dynastie, und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Not, gelten allgemein als Auslöser des Vier-Völker-Krieges im Jahr 14 vor Vierleben.
  6. Seit 368 ist auch eine verstärkte Abwanderung von gut ausgebildeten, vor allem jüngeren, Lichtburgern zu beobachten, deren Ziel weniger die Hauptstadt als vielmehr eine der anderen Himmelsmenschen-Siedlungen wie beispielsweise Küstenfall ist. Die Beweggründe dieser Menschen sind weniger wirtschaftlicher Natur, sondern liegen in der vor allem unter Jüngeren weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der auf Tradition und Reichtum basierenden gesellschaftlichen Ordnung Lichtburgs begründet (siehe Bildungswesen).
  7. Man schätzt, dass ein Zehntel der Lichtburger, also etwa 8.000 Personen, ungefähr neun Zehntel des Vermögens der Stadt besitzen.
  8. Der Wert des Lichtburger Kapitals entspricht etwa dem Nationaleinkommen von sechs Jahren.
  9. Man geht davon aus, dass auch die Positionen im Ältestenrat ursprünglich nicht vererbt werden sollten; aufgrund des enormen finanziellen Engagement, das ein solches Amt erforderte, blieb aber bereits in den ersten Jahrzehnten der Eis-Monarchie keine Alternative zu einer Vererbung innerhalb der reichsten Lichtburger Familien bestehen.
  10. Die Dienste der Himmelarmee waren für die Regierung Ahrcárras kostenlos, mit der Einschränkung, dass sich Lichtburg bei den – in der Regel gewonnenen – militärischen Konflikten entsprechend bereicherte.
  11. Ein wichtiges Beispiel einer solchen Ausnahme ist die Verbannung von Magielosen, die in Lichtburg auch zur Zeit der Eis-Dynastie gesetzlich verankert war.
  12. Bedeutendstes Mitglied und Anführer der Progressiven ist der Geschäftsmann Mathas Wolkentuch, siehe Merkantilismus.
  13. Der Umsturz im Jahr 253 und das Ende der eher progressiv geprägten Eis-Monarchie wurde von der bereits damals sehr starken traditionellen Fraktion mehrheitlich begrüßt.
  14. Magistra von Wolkenbruch ist eine der entschiedensten Gegner der Drachentheorie, nach der es sich bei den Drachenkriegen im dritten Jahrtausend vor Vierleben um ein reales geschichtliches Ereignis gehandelt haben soll.
  15. Jährlich bestehen zwischen zwei und fünf Prozent der Lichtburger Schüler diese erste Prüfung nicht und werden zu Verwandten außerhalb der Stadt oder in Waisenhäuser geschickt.
  16. Der Älteste Ren Regen trägt als einziges Mitglied des Ältestenrates keinen Titel der Universität.

2 Gedanken zu „Politik und Ökonomie Lichtburgs

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